Ein Kommentar von Andreas Rudolph

Soleaustritt Storag Etzel

Quelle: Anzeiger für Harlingerland – 5.7.2018


 
Moin aus Etzel,
 
es erscheint schier unglaublich, dass der Storag Etzel fast vor der eigenen Haustür eine halbe Million Liter Sole auslaufen und weder technische noch manuelle Sicherheitseinrichtungen hierauf regieren. Erst einem Landwirt ist es aufgefallen, dass das Gras auf seiner Weide großflächig abgestorben ist. Ob der Vorfall früh genug bemerkt wurde, um Schaden von unserem Grundwasser abzuhalten, ist bisher nicht bekannt.
 
Weder die Aufsichtsbehörden noch der Betreiber Storag scheinen diesen Fall besonders zu problematisieren. Auf jeden Fall wurden nach Kenntnis der BI bisher keine Sicherheitsauflagen verfügt, die einen Austritt von Sole durch frühzeitige Meldung verhindern können. Man erinnere sich an den Austritt von Erdöl in einer Kaverne bei Gronau vor wenigen Jahren, welcher auch erst durch einen Landwirt entdeckt wurde. Und das, obwohl Deutschland sich gerne als eines der fortschrittlichsten Länder der Welt darstellt. Es ist einfach nicht zu glauben, dass es keine Einrichtungen geben soll, die Austritte von größeren umweltschädlichen Flüssigkeitsmengen registrieren können. Viel näher liegt es da doch, dass durch die Aufsichtsbehörden der Einbau solcher Sicherheitstechniken nicht gefordert wird. Dass auf dem Gelände der Storag Etzel z.B. noch ein Ölabscheider aus den 70ger Jahren in Betrieb ist, der mit heutigen Techniken nicht vergleichbar ist, ist nur ein weiteres Beispiel wie industriefreundlich in Deutschland entsprechende Vorschriften aus dem Bergrecht gefasst sind und umgesetzt werden.
 
Wenn Politiker es ehrlich meinen würden, dass sie die Sorgen der Bürger ernst nehmen, würden Gesetze die den Betrieb solcher schrottreifen Anlagen zulassen schon lange angepasst sein. Die Politikerfloskel: „ich nehme die Sorgen vor Ort ernst“ kann vor Ort keiner mehr ernst nehmen. Noch schlimmer solche Aussagen kann man nur als Lüge bewerten.
 
Freundliche Grüße
 
Andreas Rudolph
 
2. Vorsitzender und Pressesprecher der BI Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx
 

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