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Kinder sind unsere Zukunft



In unserer heutigen Zeit ist Bildung das Wichtigste, das Eltern ihren Kindern für ihren Lebensweg mitgeben können. Wir Friesen setzten uns für ein gemeinsames Lernen und Aufwachsen in Gemeinschaftsschulen ein. Ein mehrsprachiges Schulmodell bereitet unsere Kinder optimal auf die Zukunft in einer globalisierten Welt vor.Unsere ost-friesische Sprache und das Saterfriesisch sind für viele Menschen Muttersprache und es ist wichtig, dass die Sprachen unserer Großeltern auch unseren Kindern wieder näher gebracht werden. Mehrsprachigkeit ist ein Gewinn; nicht nur für den Einzelnen, sondern für alle.Ein Baum kann nur wachsen, wenn er starke Wurzeln besitzt.Darum ist es wichtig, dass alle Kinder unsere friesische Geschichte kennenlernen: 2.000 Jahre Geschichte bieten eine Menge interessanten Stoff – mit mehr Bezug zur Gegenwart, als man sich zunächst vorstellen kann.

Denken Sie darüber nach...



Hochschulpolitik



Die Forderung nach einer Universität für Ost-Friesland ist alt und so fordern wir den damaligen Kompromiss Fachhochschule zu einer Gesamthochschule aufzuwerten. Die Verbindung mit einer Einrichtung von Lehrstühlen für Wasserbau, friesischer Geschichte, neuer Technologien und Energieforschung würde ortsnahe Verbesserung der Gleichheit der Bildungschancen bedeuten.Eine Zusammenarbeit mit der neu gegründeten Universität in Fryslân(West-Friesland) wäre wünschenswert.Forschungsinstitute und Lehre sind die beste Investition in die Zukunft.Neue Arbeitsplätze würden durch Deich- und Wasserbauprojekte entstehen. In der Nähe von solchen Einrichtungen siedeln sich auch gerne Betriebe an, die diese Fachkräfte benötigen. Das würde zu einer weiteren Verbesserung der Arbeitsplatzsituation und zu einem wirtschaftlichen Aufschwung führen.

Jetzt gehts los...



Förderung von Identität



Die Identität eines Menschen bildet sich aus einer eigenen Sprache, Kultur und Geschichte, die sich in wesentlichen Teilen von denen anderer Völker unterscheiden. Nur dann, wenn diese Identität auch erfahren werden darf, kann sich so etwas wie ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickeln, nur dann kann ein gesundes Selbstbewusstsein entstehen.

In der heutigen Zeit, in der die Globalisierung in allen Bereichen fortschreitet, verlieren viele Menschen die Orientierung und ihre Wurzeln. Ein Baum ohne feste Wurzeln wird aber nur wenige Früchte hervorbringen und nicht lange lebensfähig sein.

Obwohl sich die Bundesrepublik im Jahre 1997 verpflichtet hat, Minderheitensprachen in den Schulen unterrichten zu lassen, hat sich an der Situation nichts verändert. Unterricht in unseren Sprachen – Oostfreesk und Seeltersk – findet bislang, wenn überhaupt, nur durch die Beharrlichkeit Weniger und mit einem Minimum an finanziellen Mitteln statt.

Wir fordern daher dringend die Umsetzung der Verpflichtungen aus dem „Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten“ und aus der „Charta der Regional- oder Minderheitensprachen in Europa“, um unsere Sprachen und unsere Kultur lebendig zu erhalten. Gleiches gilt für die wechselhafte und einmalige Friesische Geschichte, die an unseren Schulen nicht einmal mehr rudimentär Platz findet.


Um die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte aufzuarbeiten und um die Ausbildung von geeigneten Lehrkräften sicherzustellen, fordern wir daher, die Hochschule Ostfriesland zu einer Friesischen Universität mit Lehrstühlen für Friesistik und Friesische Geschichte auszubauen.

Aber nicht nur der Unterricht in den eigenen Sprachen ist erforderlich – eine Sprache muss auch gelebt werden: bei der Arbeit, in der Literatur, in den Medien. Dazu reicht eine Stunde Plattdeutsch am Tag bei „Radio Ostfriesland“ bei weitem nicht aus.

Wir fordern die verantwortlichen Stellen auf, zusätzliche Frequenzen zur Verfügung zu stellen, damit ein Radio- und Fernsehprogramm in unseren Minderheitensprachen (Ost-Friesisches Platt und Saterfriesisch) eingerichtet werden kann. Die Friesische Freiheit, der Upstalsboom-Bund des Mittelalters, hat für die Friesen und für alle Demokraten eine enorme Symbolkraft.

Aus diesem Grunde fordern wir, den Dienstag nach Pfingsten als gesetzlichen und arbeitsfreien Gedenktag „Tag der Friesischen Freiheit“ für alle Friesen in der Bundesrepublik Deutschland einzurichten. Der Schutz der eigenen Identität ist aber nur ein Teilziel: in einer Region, die bis auf Erdgas und gute Luft kaum über natürliche Ressourcen verfügt, ist eine sehr gute Bildung der beste Garant für eine wirtschaftliche Zukunft.

Unsere Vorfahren haben das richtig erkannt und weltweit als erste die allgemeine Volksschulpflicht eingeführt (1545 durch Gräfin Anna).

Wir halten es für dringend erforderlich, die Lehrpläne der Schulen zu verschlanken und zu modernisieren. Es ist für das Bestehen in einer technisierten und hochspezialisierten Arbeitswelt nicht unbedingt notwendig, Schiller gelesen zu haben.

Wir fordern, dass unsere Kinder und Jugendlichen in den Schulen besser auf das Berufsleben vorbereitet werden. Wir fordern die Rücknahme des „G8“, des so genannten Turbo-Abiturs, denn wir halten es für widersinnig, die Schulzeit zu verkürzen, wenn es mehr zu lernen gibt und mehr zu lernen gilt.

Wir können darin keine positive Auswirkung auf den Bildungsstand erkennen und hegen die Befürchtung, unsere Kinder und Jugendlichen zu „verheizen“. Das dreigliedrige Schulsystem ist nicht zukunftsfähig: es separiert die jungen Menschen zu früh und Spätentwickler haben aufgrund der mangelhaften Durchlässigkeit des derzeitigen Systems kaum eine Chance, eine Ausbildung zu erhalten, die ihren tatsächlichen Fähigkeiten entspricht. Wir fordern die flächendeckende Einführung der Integrativen Gesamtschule als Ganztagsschule, weil dort auch die Möglichkeit besteht, mit entsprechendem Unterricht die Kreativität und die Bewegungsfähigkeit aller Schüler zu fördern.

 

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