Ein Kommentar von Ralf Bieneck

Friesische Leidensfähigkeit – Krummhörn bekommt Messgeräte

Nachdem in der Krummhörn in den letzten Jahren eine erhöhte Krebsrate festgestellt wurde ist es nun soweit: drei Luftschadstoffmessstationen müssen kontrollieren ob uns die „frische Nordseeluft“ krank macht.

 

Das, was viele Urlauber (wahrscheinlich die meisten!) zu uns bringt, das was für uns selbst und alle weiteren Generationen unbedingt lebenswichtig ist, wird von der Großindustrie zunichte gemacht. …unsere wunderbare, saubere Nordseeluft!

 

[Quelle: emderzeitung.de]
Das überlaufende Fass steht wahrscheinlich in Eemshaven bei der RWE. …ein Kohlekraftwerk!

Ein Kohlekraftwerk beginnt sich meistens erst nach 30 Jahren Vollauslastung zu rentieren. Das müssen die Friesen und die Touristen erstmal durchhalten, ohne schwerste Gesundheitsschäden davonzutragen. Eventuell sollten die Ostfriesen zwischendurch zur Erholung ins Ruhrgebiet oder ins Rheinland fahren um mal wieder frische Luft zu tanken. Es ist für uns unbegreiflich, wie wenig diese Dinge betrachtet werden und wie lässig und verantwortungslos die Landes- und Kommunalpolitik in Ostfriesland mit diesen Lebensgrundlagen (saubere Luft und Touristikwirtschaft) umgegangen ist und weiterhin umgeht.

Nun müssen Messstationen her um die Verantwortungslosigkeit und Leidensfähigkeit direkt dargestellt zu bekommen. Leider können die Messgeräte nichts mehr an der Belastung ändern. Das hat die Politik, die ganz klar versäumt hat den landesübergreifenden Schadstoffausstoß aus Richtung der Niederlande scharf anzuprangern, gründlich vergeigt oder nicht für nötig befunden.

 

Wie weit geht die Leidensfähigkeit der Friesen noch?

 

Wer zum Beispiel glaubt, dass das Thema „Hydraulic Fracking“ vom Tisch ist, der irrt sich gewaltig. Das schlummert nur ein wenig!

Es werden auch weiterhin Cavernen gespült und damit das Wattenmeer durch Unmengen an Spülsalz und diverse weitere Schadstoffe getötet.

 

Es kann doch nicht sein, dass unsere Partei einzig diese Dinge erkennt, bereit ist aufzuklären und die Auseinandersetzung mit den Verantwortlichen nicht scheut.

 

Der Artikel im Ostfriesischen Kurier vom 15.04.2017  und auf der Seite emderzeitung.de hat bei uns keine Beruhigung wegen der schönen, neuen Messgeräte gebracht. Ganz im Gegenteil ist es eigentlich eine „Schmutzigkeit“, dass eine Gemeinde dafür zur Kasse gebeten wird. Die Kosten müssten zwingend die RWE & Co. tragen, um zu beweisen wie sauber sie sind.

 

Mit friesisch, freundlichen Grüßen

 

Ralf Bieneck

– Vorsitzender DIE FRIESEN –