Nach Explosion in Österreich

Die Friesen fordern erneut die sofortige Stilllegung der Kavernen in Etzel

Die Friesen fordern erneut die sofortige Stilllegung der Kavernen in Etzel, die keinen Sicherheitsabstand von 500 Metern einhalten! Was passieren kann, zeigt die Explosion in Österreich.
 

50 Meter Hohe Feuersäule [Quelle: kurier.at | APA/AFP/TOMAS HULIK]

Ein Kommentar der BI Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx e.V.

 
Moin aus Etzel,
 
die Explosion in einer Gasverteilerstation im österreichischem Baumgarten war heute Thema in der regionalen und überregionalen Presse. Das Unglück in der Anlage, wie es sie mehrfach auch im Kavernenfeld Etzel gibt, forderte ein Todesopfer und 20 Verletzte. Die massive Hitzeentwicklung ließ Fahrzeuge im Umkreis von 150 Metern schmelzen bzw. in Brand geraten sowie verschiedene Gebäude auf der Verteilerstation dem Feuer zum Opfer fallen. Die Flammen konnten nach Unterbrechung der Gaszufuhr durch die Betriebsfeuerwehr des Betreibers OMV sowie der Feuerwehren im Umkreis von Baumgarten gelöscht werden.
 
Die Bürgerinitiative Lebensqualität fordert in diesem Zusammenhang endlich Konsequenzen hinsichtlich der Sicherheitsabstände hiesiger Anlagen zu ziehen. Es kann nicht sein, dass Gaskavernenköpfe, von denen wegen des riesigen unterirdischen Gasvolumens und des fast 30fachen Drucks, wie er zum Zeitpunkt der Explosion in der Anlage in Österreich herrschte, eine um ein vielfaches höhere Gefahr ausgeht, als von der betroffenen Gasstation, teilweise nur 90 Meter von Wohnhäusern betrieben werden. Erschwerend zu dieser Situation kommt hinzu, dass vielfach sogar sechs Kavernenköpfe auf einem Kavernenverteiler untergebracht sind und die Gefahr schlimmstenfalls um diesen Faktor multipliziert werden könnte. Überdies kann eine Evakuierung von Menschen die sich in einem vermeintlich sicheren Wohngebäuden in geringem Abstand zu der Kaverne befinden von außen durch die Feuerwehr wegen der enormen Hitzeentwicklung gar nicht erfolgen, da u.a. die Fahrzeuge dieser Helfer gar nicht für so hohe Temperaturen geeignet sind, siehe Unglück in Österreich. Dass von der bisherigen Sicherheitsabstandsregelung Menschen außerhalb von Wohnhäusern überhaupt erfasst werden, wurde bisher noch gar nicht diskutiert.
 

Völlig zerstört: Eine Luftaufnahme zeigt die Gasstation im östereichischen Baumgarten nach der Explosion [Quelle: Anzeiger für Harlingerland | DPA-Bild: Fischer]

Da es bisher weder dem Kavernenbetreiber Storag Etzel, noch der Genehmigungsbehörde, dem Landesbergamt (LBEG) in Hannover nachweislich gelungen ist, die der BI vorliegenden Expertise von Dipl.-Phys.Ing.-Inform Waldemar Witt zu widerlegen, verlangt die BI nunmehr von der Landesregierung in Hannover im Wege der vorsorglichen Gefahrenabwehr tätig zu werden und den Gaskavernenbetrieb im Umkreis von 500 Metern zu den Wohnhäusern solange zu untersagen, bis ein Gutachten vorliegt, welches die Auffassung des Sachverständigen Witt vollständig entkräftet. Aus Sicht der Bürgerinitiative wird ein wissenschaftlich begründetes Gutachten, welches konträr zu der Auffassung von Herrn Witt geht, jedoch nicht vorgelegt werden können, da die von Herrn Witt für sein Gutachten genutzte Software mittlerweile von namenhaften Sachverständigen geprüft und für zutreffend erachtet wurde.
 
Durch ein weiteres Aufschieben einer zumindest temporären Entscheidung durch die niedersächsische Landesregierung, werden die Anlieger von Gaskavernen weiterhin der Gefahr für Leib und Leben zugunsten des alleine auf Profit bedachten Kavernenbetreibers ausgesetzt. Nach dem Unglück in Österreich erwartet die Bürgerinitiative von dem neuen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann sich seiner Verantwortung bewusst und ohne weitere Zeitverzögerung zugunsten der Interessen der Bevölkerung in Etzel aktiv zu werden.
 
Freundliche Grüße
 
Andreas Rudolph
 
2. Vorsitzender und Pressesprecher der BI Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx
 
 
Weitere Informationen:
Presseberichte zur Gasexplosion in Östereich

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