Geburtenstation im Wittmunder Krankenhaus macht die Türen zu!

Schöne Bescherung!


 
„Die Friesen“ fordern schnelle Hilfe für die schwangeren Frauen!
 
Es ist wohl für die Bewohner des Landkreises eine der traurigsten Nachrichten seit Jahren. Die Geburtenstation im Wittmunder Krankenhaus macht die Türen zu. Zu lesen war, dass es zu wenig Hebammen und Ärzte gibt, um die Station aufrechtzuerhalten. Einen Tag später war dann zu lesen, dass die Kosten für das Krankenhaus nicht mehr tragbar sind. Es trifft wohl beides zu. Wo aber sollen die Frauen im Landkreis jetzt ihre Kinder zur Welt bringen? Varel, Wilhelmshaven oder Aurich?
 
Die Geburtenstation in Varel ist wohl wirklich nicht riesig, und das Klinikum Wilhelmshaven muss die Schließung des St.Willehad Hospitals und die Schließung der Wochenstation in Sanderbusch kompensieren. Man bedenke auch die weiten Anfahrtswege! Neugeborene halten sich nicht an Termine.
Auf Landesebene wird dann auch noch betont, der ländliche Raum solle gestärkt werden. Dies ist aber eine weitere Schwächung.
 
Mitten in der Nacht, draußen vor der Stadt, die Herberge überfüllt: Bei der Geburt ihres Kindes fühlt sich manch werdende Mutter an die Weihnachtsgeschichte erinnert. Denn mehr und mehr Kreißsäle schließen und in den Kliniken versorgen immer weniger Hebammen immer mehr Frauen und Kinder. Eine gute und gut erreichbare Geburtshilfe ist so kaum noch möglich.
 
Dabei sollte sich alles ändern: Im Koalitionsvertrag betont auch die Bundesregierung die hohe Bedeutung einer wohnortnahen Geburtshilfe. Und die deutschen Pflegekräfte wurden erst kürzlich vom Bundestag gestärkt – nur die Geburtshilfe blieb dabei außen vor.
 
Hektik und Ungewissheit dürfen bei einer Geburt keinen Platz haben. Deshalb wünschen Hebammen sich ein Geburtshilfe-Stärkungsgesetz – für mehr Hebammen, mehr Zeit und mehr Anlaufstellen. Damit Mütter und Kinder eine sichere und gute Versorgung erhalten.
 
Am 7. Dezember 2018 hat der Landkreis Wittmund eine Resolution verabschiedet. Darin fordert der Wittmunder Kreistag bessere Rahmenbedingungen für eine medizinische Grund- und Regelversorgung für den ländlichen Raum, insbesondere für die Geburtshilfe.
 
„Die Friesen“ fordern eine schnelle Lösung:
 
Der Landkreis Wittmund sollte ein Geburtshaus bereitstellen. Geburtshäuser, die durch Hebammen geführt werden, haben für die kommenden drei Jahre finanzielle Planungssicherheit, um Schwangere bei ambulanten Geburten zu betreuen.
Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen neben den eigentlichen Hebammenleistungen im Geburtshaus auch die entsprechenden Betriebskosten für die räumliche und sachliche Ausstattung sowie für eine zusätzliche Personalbereitstellung mit einer Pauschale. Diese steigt ab dem 1. Januar 2019 von derzeit 707 Euro auf 804 Euro pro Geburt.

 
Alle Frauen in Deutschland haben das Recht auf Hebammenhilfe – und zwar von der Feststellung der Schwangerschaft an bis zum Ende der Stillzeit. Schwangere müssen außerdem selbst entscheiden können, wo und wie sie ihr Kind zur Welt bringen möchten!