„Die Friesen“ fordern eine Nutzungsmöglichkeit für weitere solidarische Landwirtschaften im Rysumer Nacken.

Solala? SoLaWi!

Bildquelle: Hofladen / pexels.com

Bereits vor vier Jahren hat die Stadt Emden eine ‚Realisierungsgesellschaft‘ ins Leben gerufen. Diese ist schon seit 2012 im Gespräch (Quelle 1). Sie sollte u.a. Lösungen zur Nutzung des Rysumer Nackens finden. Getan hat sich bisher in diesem Punkt jedoch nichts.
 
Dabei liegt es doch nahezu auf der Hand, dass man das landwirtschaftlich geprägte Areal für zukunftsfähige Projekte, wie z.B. eine solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) in Betracht ziehen muss. Nicht nur, dass die Infrastruktur dort sowieso bereits besteht. Auch zahlreiche potenzielle Wirtschaftskreislaufteilnehmer lassen sich in der nahen Stadt Emden, sowie den in der Krummhörn gelegenen Orten Rysum, Pewsum, usw. finden.
 
Die Versorgung mit gesunden und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln wird sichergestellt. Der Natur wird durch eine schonende Landwirtschaft Gutes getan. Und auch der Samstag-nachmittagsausflug mit dem Fahrrad findet im Sommer ein ansprechendes Ziel.
 
Emden hat bereits eine SoLaWi (Quelle 2). Doch um noch mehr Menschen zu versorgen, sind weitere SoLaWi nötig.
 
„Die Friesen“ fordern deswegen, die Nutzungsmöglichkeiten im Rysumer Nacken für eine oder mehrere SoLaWi zu prüfen.
 
 
Was ist eine SoLaWi?
(Quelle 4)
Die Erzeugnisse eines konventionellen landwirtschaftlichen Betriebs werden in der Regel in Supermärkten vertrieben. Vorher durchlaufen sie unterschiedliche Stationen, wie z.B. Warenlager und Zwischenhändler. All diese Mitglieder in der Versorgungskette müssen in der Regel Gewinn erwirtschaften, um überleben zu können. Doch der Verbraucher möchte oder kann nur geringe Preise bezahlen. Darum fällt der Kostendruck häufig auf den Anfang der Kette, die Landwirtschaftsbetriebe, zurück. Um zu überleben sind diese dann gezwungen, ihre Produktionskosten zu minimieren. Darunter leiden die Mitarbeiter der Landwirtschaften (geringe Löhne), die Umwelt (Einsatz von Dünge- und Unkrautver-nichtungsmitteln) und natürlich auch die Qualität der Erzeugnisse. Der Wettbewerb ist hoch. Und billige Produkte aus dem Ausland erschweren die Situation für die heimischen Landwirtschaftsbetriebe noch weiter.
 
Die solidarische Landwirtschaft durchbricht die Kette der Preisgängelung durch die Zwischenstationen. Eine Gruppe von privaten Haushalten schließt sich mit einer Gruppe von regionalen landwirtschaftlichen Betrieben zusammen. Die Haushalte zahlen dann einen (monatlichen) Beitrag, meist ein Jahr im Voraus. Im Gegenzug erhalten sie die Ernte des Betriebs. Durch die finanzielle Absicherung und die Planungssicherheit können die landwirtschaftlichen Betriebe eine gute landwirtschaftliche Praxis verfolgen, ohne den Unsicherheiten und Spekulationen des (Welt-)Marktes ausgeliefert zu sein. Die Privat-haushalte erhalten regionale Lebensmittel, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden. Außerdem ergibt sich für die Privathaushalte die Chance, einen neuen Bildungs-raum zu erfahren – Gestaltung der Kulturlandschaft, soziales Miteinander, Naturschutz und Artenvielfalt.
 
Quellen:

 
 

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