BI Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx:

IVG Caverns: Alle bisherigen Fragen weiterhin ungeklärt.

Wenn man die Berichte aus dem Harlinger, der Westfälischen Nachrichten und dem WDR „Lokalzeit“ aufmerksam betrachtet wird eines klar, nämlich das alle bisherigen offenen Fragen weiterhin ungeklärt sind.

 

In einem Interview mit dem Harlinger gelingt es dem Geschäftsführer der IVG Caverns nicht, die von Horst Hattensaur (Grüne) aufgeworfenen Fragen hinsichtlich der Bildung von Sicherheitsleistungen für den Rückbau der Kavernen befriedigend zu beantworten. Die vom LBEG geforderte Bildung einer insolvenzsicheren Rücklage soll bis ins Jahr 2147 mit 950 Millionen Euro angespart werden. Der Betrag soll im Wesentlichen aus Vermietungen von Kavernen generiert werden. Unbeantwortet bleibt aber die maßgebliche Frage, wie der Kavernenbauer den Betrag von 950 Millionen Euro zurücklegen will, will in ca. 30 Jahren die ersten Mietverträge für die Kavernen auslaufen und die wirtschaftliche Attraktivität für die Einlagerung von Gas in Kavernen nicht belebt wird, mit der Folge, dass die geforderte Rücklagenbildung nicht erreicht werden kann. In diesem Fall wäre der Steuerzahler für den Rückbau der Kavernen heranzuziehen.

 

Genauso unbeantwortet bleibt die Frage, wie überhaupt eine sichere Endverwahrung von Kavernen aussehen kann. Mittlerweile ist hierzu eine rege Diskussion zwischen den zuständigen Bergämtern entstanden. Immer mehr kristallisiert sich heraus, dass eine sichere Endverwahrung nur mit Feststoffen erreicht werden kann. Was im ersten Moment problematisch erscheint, könnte bei genauerer Betrachtung zu einem finanziellen Segen für die Kavernenbetreiber in ganz Deutschland führen. Nach einem ZDF Bericht prüft man in Staßfurt ( Sachsen-Anhalt) ob nicht ein Gemisch aus Sole und giftigen Rückständen einer Müllverbrennungsanlage, sogenannter Giftmüll tief in der Erde versenkt werden kann. Giftmüll der ansonsten teuer entsorgt werden müsste, könnte dann in den Tiefen der Kavernen entsorgt werden. Wenn man dann in einigen Jahrzehnten kein Geschäft mehr mit der Einlagerung von Gas in Kavernen machen kann, könnten die Kavernenbetreiber Profit mit der Versenkung von Giftmüll in der tiefen Mutter Erde erzielen. Vielleicht ließe sich ja so auch die leide Suche nach einem Atommüllendlager klären.

 

Und zu guter letzt bleibt dann auch noch ungeklärt, wie man Ölkavernen so sicher machen kann, dass sich ein Unglück, wie in Gronau, wo noch heute bei starken Regenfällen Öl aus dem Untergrund aufsteigt, verhindern lässt. Der dortige Kavernenbetreiber SGW tut bisher ziemlich schwer damit, eine doppelwandige Verrohrung seiner drei in Gronau betriebenen Kavernen herzustellen. Ob dieses an technischen Unwägbarkeiten scheitert oder alleine wirtschaftliche Gründe gegen eine zügige Absicherung seiner Ölkavernen sprechen bleibt unklar. Wenn die SGW sich für eine Aufgabe seiner Kavernen entschließen sollte, käme auf sie ein weiteres Problem zu nämlich der Frage der sicheren Endverwahrung.

 

Bemerkenswert ist, dass diese Diskussion bisher anscheinend nur in Nordrhein-Westfalen geführt wird. Die niedersächsischen Verantwortungsträger befinden sich hinsichtlich dieser existentiellen Fragen weiterhin auf Tauchstation. Möglicherweise lässt die Vielzahl von politischen Sommerreisen der niedersächsischen Regierungsmitglieder auch keine Zeit, sich den tatsächlichen Problemen in Niedersachsen zu widmen. Die Einweihung von Fahrradwegen, Schwimmbädern und die Übernahme von Schirmherrschaften von Dorffesten erscheint wohl wählerwirksamer zu sein, als die Arbeit hinter dem Schreibtisch.

 

Bemerkenswert ist, dass diese Diskussion bisher anscheinend nur in Nordrhein-Westfalen geführt wird. Die niedersächsischen Verantwortungsträger befinden sich hinsichtlich dieser existentiellen Fragen weiterhin auf Tauchstation. Möglicherweise lässt die Vielzahl von politischen Sommerreisen der niedersächsischen Regierungsmitglieder auch keine Zeit, sich den tatsächlichen Problemen in Niedersachsen zu widmen. Die Einweihung von Fahrradwegen, Schwimmbädern und die Übernahme von Schirmherrschaften von Dorffesten erscheint wohl wählerwirksamer zu sein, als die Arbeit hinter dem Schreibtisch.

 

(Autor: Andreas Rudolph, Pressesprecher BI Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx)

 

 

Kommentar von Peter Prill:

(Vorstandsmitglied der BI Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx)

 

 

Moin zusammen,

 

langsam wird es interessant, um nicht zu sagen sogar amüsant.

 

Wie sagte Herr Wagner auf der Gemeinderatssitzung des Umweltausschusses in Gronau (fast wörtliches Zitat):

 

“Die Endverwahrung von Salzkavernen steht bei uns nicht im Fokus. Das ist Aufgabe der kommenden Generationen, die sicherlich, mit dem dann vorliegenden Stand der Technik, Lösungen für eine langzeitsichere Endverwahrung finden werden.”

 

In der Regel wird man ja von der Vergangenheit eingeholt, gem. den Aussagen des Herrn Isermann im u. a. Bericht in den heutigen Westfälischen Nachrichten, wird die Bezirksregierung Arnsberg (Abteilung Bergbau) jedoch von der Zukunft überholt.

 

Wie bitteschön ist der Satz zu interpretieren, dass ”[…] die Bergbehörde die Ausspeicherung und die dauerhaft sichere Stilllegung der Kavernen anordnen […]” wird?

 

Sagt doch gleicher Herr Isermann im anderen Artikel in der heutigen Ausgabe der WN, wo es um alternative Nutzungsmöglichkeiten der Kavernen geht:

 

“Nach dem jetzigen Stand von Technik und Wissenschaft sei die dauerhafte sichere Verwahrung die Füllung der Kaverne mit Salzsole und der Verschluss mit einem qualifizierten Betonstopfen. Es sei aber nicht auszuschließen, dass sich die Erkenntnisse hierzu im Laufe der nächsten Jahre ändern, sodass andere Anforderungen zu stellen sind. Daher sei es derzeit nicht möglich, Erklärungen zur Endverwahrung bzw. Folgenutzung vom Unternehmer zu verlangen.”

 

So macht Dr. Krupp aus seiner wissenschaftlich unumstößlichen Sicht in seinem Kurzgutachten deutlich, dass es in solchen Röhren niemals zu einem inneren Druckausgleich (die anderen “Wissenschaftler” nennen es ein Äquilibrium (Gleichgewicht)) kommen wird, welcher die Fortschreitung der Konvergenz (das Schrumpfen des Hohlraumes) beendet.

 

Mit dem Begriff “Stand der Technik” bezeichnet man eigentlich technische Einrichtungen die man in technischen Vorhaben einsetzt und die bewiesen haben, dass sie ihrer Aufgabenstellung gerecht werden, aus technischer Sicht nicht veraltet sind und die bestmögliche, sicherste Lösung für ein technisches Problem darstellen.

 

Besagter “Betonstopfen” repräsentiert somit niemals den Stand der Technik, er bezeugt letztendlich nur den UNWISSEN-Stand einiger Wissenschaftler, die man, aufgrund ihrer Nähe zur Bergbauindustrie, nicht unbedingt als unbefangen und neutral einstufen sollte.

 

Für die Bezirksregierung Arnsberg besteht ja aber noch die Hoffnung, dass die Betreiber ihre Ölspeicherkavernen im Amtsvenn nicht aufgeben werden. Dann kann sie die avisierte Anordnung zur Stilllegung wieder aus ihrem Fokus nehmen. Glück (auf) gehabt, Herr Wagner.

 

MfG

 

Peter Prill