Das Interview mit Vertretern der Bürgerinitiative BILaNz e.V.

Unterstützung gegen den Bau der B210n

Bereits 2016 hat sich das Umweltbundesamt unter anderem gegen den Bau der B210n ausgesprochen. Die Aussagen im Zeitungsartikel der ON beziehen sich, so wurde es in einem weiteren Beitrag einige Tage später richtig gestellt, auf das gesamte Bauprojekt.
 

 
Die Partei sprach mit Katharine Ulferts vom Verein BILaNz Aurich e.V. über den Klagefonds.
 
 
Was ist der Zweck des Klagefonds?
 
Der Klagefonds ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts mit dem Zweck, Geld aus Spenden oder Beiträgen zu sammeln und damit eine spätere Klage gegen das Projekt B 210n finanziell abzusichern.
 
 
Warum ist es sinnvoll, den Bau der B210n zu verhindern?
 
Ein sich ständig verschlechternder Nutzen-Kosten-Faktor durch Verteuerung des Projektes, geringe Entlastung der Auricher Innenstadt bei zusätzlicher Neubelastung von bisher intakten Wohngebieten, Verlust von wertvoller landwirtschaftlicher Fläche und intakter Natur sind nur einige der Argumente gegen die Straße. Der Erhalt der kulturhistorisch außerordentlich bedeutsamen Wallheckenlandschaft am Upstalsboom, von Naherholungsgebieten im Bereich Sandhorster Ehe und entlang des Ems-Jade-Kanals, wertvollen Lebensräumen beispielsweise von Hasen und Bodenbrütern in den Gemeinden Ihlow und Südbrookmerland dienen der Lebensqualität der Menschen ebenso wie ein Wohnumfeld ohne Lärm und Abgase von immer mehr Fahrzeugen.
 
 
Wer ist die treibende Kraft hinter dem geplanten Bau der B210n?
 
Das Projekt steht im vordringlichen Bedarf des aktuellen Bundesverkehrswegeplanes. Der Rat der Stadt Aurich, der Landkreis Aurich und auch die Landesregierung haben sich für das Projekt ausgesprochen. Der Rat der Gemeinde Ihlow hat mehrheitlich dagegen gestimmt.
 
 
Welchen Nutzen haben die Einwohner Ostfrieslands, speziell in der Region Aurich vom geplanten Bau der B210n?
 
Die Planer rechnen mit einer Entlastung von 20% des Durchgangsverkehrs auf den Straßen der Innenstadt Aurichs, einer besseren Anbindung Aurichs an die A 31 und Touristen sollen die Küstenorte schneller erreichen können.
 
Da der hohe Ziel- und Quellverkehr in Aurich sich kaum durch eine Umgehungsstraße senken lässt, die Stadt bereits über die Oldersumer und Kirchdorfer Straße gut an die A 31 in Riepe angebunden ist und Touristen wohl kaum die neue Trasse zum Erreichen der Küste benutzen werden, sieht die Bürgerinitiative BILaNz Aurich e.V. die Begründung für den Bau der B 210n nicht gegeben.
 
 
Ist mit einer stärkeren Lärm- und Umweltbelastung zu rechnen?
 
Durch den Verkehr auf der geplanten Trasse werden zahlreiche Wohnhäuser und fast unberührte Landschaften mit hohem Wert für die Erholung der Bürger zusätzlich mit Lärm und Abgasen belastet, biologisch und landwirtschaftlich wertvolle Flächen unwiederbringlich versiegelt oder zerschnitten.
 
 
Wie steht die lokale Politik zu der B210n?
 
Vertreter der Linken und der Grünen von lokaler bis in die bundespolitische Ebene unterstützen uns seit Jahren gegen den Bau der Straße.
 
 
Für welche Alternativen machen Sie sich stark?
 
Innerhalb kurzer Zeit ließen sich innerstädtische Verkehrsströme durch intelligente Ampelschaltungen und Kreisverkehre optimieren und mehr Lasten von der Straße auf die Schiene bringen.
 
 
Um dem Klimawandel im Bereich Mobilität zu begegnen, fordern namhafte Wissenschaftler inzwischen, keine neuen Straßen mehr zu bauen und stattdessen das Angebot im öffentlichen Personennahverkehr und auf der Schiene, sowie die Bedingungen für den Radverkehr zu verbessern. Diesen Forderungen schließen wir uns für Aurich, Ihlow und Südbrookmerland an.
 
 
Ende
 
 
Die Friesen fordern Sie auf, sich auf der Seite des Vereins BILaNz Aurich e.V. über den Bau zu informieren und uns und den Verein im Kampf gegen die B210n zu unterstützen.
 
Webseite des BILaNz Aurich e.V.
 
Bürgerinitiative Lebensqualität und Mobilität für Aurich