Friesen bekräftigen ihre Zusammengehörigkeit und Verbundenheit!

Explore the North 2019

Bei herrlichem Sommerwetter trafen sich insgesamt 28 Teilnehmer aus Westfriesland, Ostfriesland und dem Saterland am Samstag, den 29. 6. 2019, zu Explore the North. Das Treffen stand im Zeichen des Radbod- Jahres. Radbod gilt trotz dürftiger Faktenlage als wichtige Person in den Frieslanden, die es als einzige schaffte, ganz Friesland zu vereinen.
 
Der Tag begann in Emden im Café am Rathaus bei Tee, Kaffee und Kuchen. Unser Vorsitzender der Partei „Die Friesen“ Thomas Möller-Tobiassen begrüßte die Teilnehmer. Die Begrüßung wurde von Chris van Hes von der Jongfryske Mienskip ins Friesische übersetzt.
Anschließend besuchten wir das Landesmuseum in Emden, wo verschiedene Exponate aus dem 7. und 8. Jahrhundert, die Zeit Radbods und des vereinten Frieslands, bei einer Führung besichtigt werden konnten. Außerdem wurde die Geschichte der Stadt Emden im frühen und späten Mittelalter gehört. Die Führung endete in der imposanten Waffenkammer, die Waffen und Rüstungen aus den Zeiten der Emder Verteidigung gegen verschiedene Widersacher beherbergt. Wolter Jetten von der Jongfryske Mienskip unterstütze dabei durch Übersetzung ins Friesische.
 

Nach einer kurzen Mittagspause trafen wir uns am Kloster in Ihlow, wo wir von einem Mitglied des Klostervereins viele Informationen über das Kloster erhielten. Der Kellerraum des Klosters zeigt teilweise die originalen Mauern des Bauwerks, von dem heute nur eine Rekonstruktion vorhanden ist, sowie verschiedene Fundstücke aus der Zeit.
Nach einer weiteren Stärkung mit Tee, Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken hielt Thomas Möller-Tobiassen folgende Abschlussrede im Klosterkaffee, die wieder von Chris van Hes von der Jongfryske Mienskip ins Friesische übersetzt wurde:
 
„1300 Jahre nach dem Tod des großen Friesen Radbod im Jahr 719, begehen wir in diesem Jahr das Radbod-Jahr.
Wie Ihr alle wisst, hat er in der Zeit von 679 bis zu seinem Tod im Jahr 719 alle Friesen zu einem unabhängigen Volk vereinigt. In dieser Zeit zählten die Friesen zu den großen Handelsvölkern Europas und es gab auch schon eine Art von Demokratie, was zu der damaligen Zeit sehr ungewöhnlich war.
Radbod setzte sich gegen die brutale Christianisierung zur Wehr. Ihm war klar, dass die Friesen durch die Missionierungen nicht nur ihren Glauben verlieren, sondern vor allem dem Fränkischen Reich unterworfen werden sollten. Damit hätten sie ihre Freiheit und ihren Glauben verloren.
Wir haben heute nicht mehr gegen Zwangstaufen, Vertreibung und Ermordung durch die Kirche zu kämpfen, wie es bei unseren Vorfahren der Fall war. Dafür gibt es heute immer noch politische Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Wir müssen aber deshalb keine Staatsgrenze beseitigen, denn die hat sowieso keine Relevanz für uns, wie wir es ja bei der Aktion auf Borkum gezeigt haben. Was wir aber müssen ist:
• versuchen unser Land wieder regional selbst zu verwalten,
• unsere Natur gegen Ausbeutung der Erdöl – und Gasfirmen verteidigen,
• dem ungezügelten Massentourismus und der Massentierhaltung Einhalt gebieten,
• an unseren Schulen muss unsere Sprache und Geschichte ein Pflichtfach sein.
In diesem besonderen Jahr, sollten wir wieder das Gelingen von Radbods Vereinigung der Friesen in den Focus stellen. Lasst uns intensiv Zusammenarbeiten, unsere Gemeinsamkeit in den Vordergrund stellen, gemeinsam unsere Stimme erheben. Die Zusammenarbeit aller friesischen Länder ist wichtig für unsere Zukunft und das gilt nicht nur auf dem kulturellen sondern auch auf dem politischen Sektor. Gemeinsam sind wir stark und können eine Menge bewegen!
Am Ende dieser Veranstaltung werden wir als Zeichen unserer Verbundenheit an dem Weg zum Kloster ein friesisches Manifest einweihen.
Eala freya fresena!“

 

Nach dieser Rede begaben wir uns auf den Klosterpfad und weihten das friesische Manifest ein, das in sieben Sprachen verfasst ist.
Auch wenn wir Friesen heute durch Staats- und Landesgrenzen getrennt sind und in den letzten Jahrzehnten eine unterschiedliche Geschichte durchlebten, so blicken wir doch auf eine gemeinsame Vergangenheit zurück und bekräftigen jedes Jahr mit dem „Explore the North-Tag unsere Zusammengehörigkeit.

 
Bericht im Leeuwarder Courant
Bericht auf Omrop Fryslan
Itnijs
 
 

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