Am Mittwoch, den 30.Januar, hatte Vermilion Energy zu einem „Nachbarschaftstisch“ in Südbrookmerland, im Hotel „Herbers“ eingeladen.

Auf so einen „Nachbarschaftstisch – Betriebsplatz Engerhafe Z1“ können wir verzichten!

Teilnehmen sollten nur die direkten Anwohner des Betriebsplatzes Z1, unter Vorweisung der Einladungskarte und Angabe von Namen und genauer Adresse! Wo bleibt da der Datenschutz?? Alle anderen sollten draußen bleiben – auch die Presse.
 
Es versammelten sich aber trotzdem sehr viele besorgte Bürger vor dem Hotel und das, obwohl es ein ungemütliches Wetter mit Schneefall war.
 
Natürlich waren auch „Die Friesen“ mit dabei, um ihren Unmut über die Art und Weise der Informationsveranstaltung kundzutun und um vor allem gegen die Wiederaufnahme der Erdgasförderung zu protestieren.
 

Protest vor dem Hotel Herbers

Erst nach wiederholtem Drängen auf Einlass, durften alle, außer der Presse, den Saal betreten. Das, was hier an Informationen floss, ist auch auf der Internetseite von Vermilion nachzulesen – alles wird schön geredet.
 
Bis Ende Juni nimmt Vermilion sich Zeit festzustellen, ob es sich lohnt, die Erdgasförderung in Engerhafe aufzunehmen. Entscheidend ist auch ein Gerichtsverfahren: Vermilion hat den Landkreis Aurich verklagt, weil der Landkreis das Wasserschutzgebiet so vergrößert hat, dass sich der Betriebsplatz der Bohrung jetzt in diesem Wasserschutzgebiet befindet.
 
Ein herzliches Dankeschön an den Landkreis Aurich!
 
Entscheidet sich Vermilion gegen die Wiederaufnahme der Förderung, heißt das indes nicht, dass die Förderstelle auf ewig stillgelegt bleibt. Die Bewilligung könnte dann an ein anderes Unternehmen fallen, das dann wieder erneut drei Jahre Zeit hätte. Ob es sich für dieses Unternehmen dann lohnt, in Engerhafe Gas zu fördern, hängt von vielen Faktoren ab.
 
Zum Beispiel von der Ratifizierung des Handelsabkommen CETA mit Kanada.
 
In CETA wird das in den EU-Verträgen fest verankerte Vorsorgeprinzip missachtet, dagegen das Prinzip der »wissenschaftsbasierten« Nachsorge gefördert: Möglicherweise gefährliche Produkte und Technologien können demnach erst dann verboten werden, wenn ihre Schädlichkeit zweifelsfrei nachgewiesen ist – und damit oft viel zu spät. Unter CETA könnten Unternehmen auch gegen ein mögliches künftiges Verbot der Schiefergasförderung (Fracking) klagen.
 
Das verstärkte Engagement von Vermilion ab 2014 in Europa, speziell in Deutschland, kann durch die durch das Handelsabkommen „CETA“ in Aussicht gekommenen „Geschäftsmöglichkeiten“ veranlasst worden sein.
 
Vermilion hat sich unzweifelhaft als Kohlenwasserstoff-Produzent in Deutschland mit einer deutschen Tochtergesellschaft und mehreren Stützpunkten etabliert.
Aus dieser starken Position heraus kann das künftige „große Geschäft“ betrieben werden, wenn CETA voll wirksam geworden sein wird und Vermilion als kanadischer „Investor“ seine Rechte gegen Deutschland einklagt.
 
CETA ist ein Abkommen »neuen Typs«, das wesentlich tiefer als bisherige Handelsverträge in Gesetzgebungsprozesse eingreift und demokratische Gestaltungsräume einschränkt. Es zementiert die Dominanz von Wirtschaftsinteressen gegenüber sozialer Gerechtigkeit, Klimaschutz und Gemeinwohl. Deshalb gilt es, unseren Abgeordneten in Bundestag und Bundesrat ein klares Zeichen zu senden: CETA darf nicht ratifiziert werden!
 

 
Vermilion braucht also nur zu warten, warten auf die Ratifizierung von CETA, dann können sie sich alle Rechte einklagen, um auch in Engerhafe ohne Rücksicht Erdgas zu fördern!
 
 
Weitere Informationen:
 
https://www.ceta-verfassungsbeschwerde.de/2017/07/05/neues-gutachten-bundesrat-kann-ceta-noch-stoppen/
https://www.change.org/p/b%C3%BCrgerklage-gegen-ceta
http://www.die-friesen.eu/aktuelles/die-friesen-unterstuetzen-die-ziele-der-bi-suedbrookmerland-brookmerland/
http://www.gegen-gasbohren.de/2018/02/26/wer-ist-vermilion-energy-germany-gmbh-co-kg-und-wo-sind-sie-bisher-aktiv/
https://netzfrauen.org/2016/02/29/156-000-unterstuetzen-buergerklage-gegen-ceta/
 

Finger weg von unserem Land!

Vermilion go home!

 
 

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